21.07.2010, Marler Zeitung
Marl. Neue High-Tech ist in die Paracelsus-Klinik eingezogen: Das Klinikum Vest hat an seinem Standort in Marl einen Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT) der neuen Generation in Betrieb genommen.
Besondere Kennzeichen: weit, kurz und stark.
Bislang hatte die Knappschaft nur in ihrem Haus in Recklinghausen einen MRT im Einsatz. Dorthin mussten auch die Marler Patienten, ansonsten gibt es nur noch in einer Marler Arztpraxis ein derartiges Gerät.
Privatdozent Dr. Werner Weber (50), Chef der Radiologie im Klinikum Vest in Marl und in Recklinghausen, schätzt besonders die große Öffnung des Computertomographen (70 Zentimeter, statt 50 bis 60), die auch schwergewichtigen Patienten nun eine Untersuchungs-Chance gibt. Die kurze Bauweise hat den Vorteil, dass der Kopf normalerweise nicht mehr im Gerät steckt. Was besonders Menschen mit Raumangst entgegen kommt.
Zwischen 15 und 30 Minuten braucht das Gerät, um eine Fülle von Bildern zu erstellen, die dem Arzt ein dreidimensionales Bild ermöglichen. "Das Gerät bietet insbesondere für Brustuntersuchungen und Gelenkuntersuchungen neue Möglichkeiten", lobt Dr. Weber.
So kann zum Beispiel bei verdächtigen Befunden in der Brust eine gezielte, MR-gesteuerte Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden. Bei den Gelenken ist vor allen Dingen bei Knie- und Handgelenken eine optimale Darstellung der komplexen anatomischen Struktur möglich.
Die Nachfrage ist hoch. Bislang mussten die Marler Patienten in Recklinghausen in die Röhre und wochenlange Wartezeiten in Kauf nehmen. In Marl geht man von täglich 26 Untersuchungen aus. Beginn morgens 7.30 Uhr, Ende 21 Uhr.
Eine Entspannung der Situation erwartet die Klinik im September. Dann bekommt auch Recklinghausen einen MRT, einen noch stärkeren als Marl (hier 1,5 Tesla, das ist die Maßeinheit für die Magnetfeldstärke; in RE 3 Tesla). Das macht sich in der Länge der Untersuchungszeit bemerkbar. Das Marler Gerät schlug mit 520 000 Euro zu Buche, das Recklinghäuser wird 1,2 Mio kosten. Dazu kommt ein Gebäudeumbau. In Marl summierten sich so die Kosten auf 1,1 Mio Euro, weil der MRT in der früheren Bäderabteilung seinen Platz gefunden hat. Diese Abteilung bekommt gerade einen neuen Standort im Haus am Lipper Weg.
Der MRT wird übrigens nur den Mitgliedern der Knappschafts-Krankenkasse zu Gute kommen, die stationär behandelt werden. Andere Versicherte dürfen nicht ambulant behandelt werden: Die Kassenärztliche Vereinigung ist der Meinung, dass der Kreis Recklinghausen hinreichend versorgt ist, die Paracelsus-Klinik bekam deshalb keine Zulassung.