Die Röntgen- und Nuklearmedizinische Abteilung bietet Ihnen folgende Therapieangebote und Schwerpunkte:
Die Vertebroplastie und die Kyphoplastie sind Verfahren, welche Wirbelkörperbrüche durch Einspritzen von zunächst flüssigem, dann aushärtendem Knochenzement stabilisieren. Damit werden die schmerzhaften Mikro-bewegungen in einem gebrochenen Knochen schlagartig gestoppt und ein weiteres Zusammenbrechen des Wirbelkörpers verhindert. Diese Wirbelkörperbrüche sind häufig Folge von Osteoporose oder werden durch Tumorbefall hervorgerufen; in geigneten Fällen lässt sich die Vertebroplastie auch bei unfallbedingten Knochenbrüchen anwenden.
Die durch Osteoporose oder Metastasen hervorgerufenen Schmerzen sind konservativ nur unzureichend zu lindern und operativ meist nur sehr schlecht zu behandeln.
Die Vertebroplastie hat sich seit ihrer Erfindung durch französische Radiologen gut bewährt und wird jetzt zunehmend auch in Deutschland angewandt. In unserer Abteilung wurde das Verfahren im Jahre 2001 eingeführt; seither haben wir jährlich über 200 Patienten mit guten bis sehr guten Erfolgen hiermit behandelt.
Unter Durchleuchtungskontrolle werden vom Rücken her bei Bauchlage des Patienten in örtlicher Betäubung zwei Nadeln in den Wirbelkörper eingebracht.
Die Durchleuchtungskontrolle mit dem hochwertigen Angiographie-Gerät, welches auch rotierend um den Patienten herumgeführt werden kann, gewährleistet ein Höchstmaß an Sicherheit, so dass Nerven und Rückenmark nicht geschädigt werden. Liegen die Nadeln am Zielort, wird ein Knochenzement/Kontrastmittelgemisch in den Wirbelkörper injiziert. Das beigemischte Kontrastmittel bewirkt, dass die Zement-verteilung sich gut erkennen und somit steuern lässt.
Der anfangs dünn- bis zähflüssige Zement ist ca. zehn Minuten nach Injektion steinhart und stabilisiert damit bereits den Wirbelkörper.
Vor der Behandlung zur Vertebroplastie wird der Patient/ die Patientin stationär aufgenommen.
Die Therapie erfolgt am Aufnahmetag, die Entlassung in der Regel innerhalb von 5 Tagen. Es sollten bereits vorhandene Untersuchungsergebnisse (Röntgenuntersuchungen, Knochenszintigraphie, Kernspintomographie, Computertomographie) unbedingt mitgebracht werden, damit der schmerzverursachende Wirbelkörper exakt lokalisiert werden kann. Falls Voruntersuchungen nicht vorliegen, erfolgen diese am Aufnahmetag unmittelbar vor der Vertebroplastie.
Einige Tage vor der Behandlung ist ein Vorgespräch in der Röntgenabteilung (Anmeldung, Sekretariat: Frau Grusla, Tel.: 02365-902700) erforderlich, in welchem dem Patienten/der Patientin der Ablauf des Eingriffs vom Arzt erklärt wird. Im Anschluss an dieses Gespräch erfolgt die Einverständniserklärung zur Durchführung der Vertebroplastie und die Vermittlung eines Aufnahmetermins in die Klinik (z.B. Orthopädische Abteilung, Unfallchirurgische Abteilung, Innere Abteilung und Gynäkologische Abteilung).
Die meisten Patienten verspüren bereits kurze Zeit nach der Vertebroplastie / Kyphoplastie ein deutliches Nachlassen ihrer Schmerzen. Viele sind völlig beschwerdefrei, bei einigen ist der Schmerz deutlich vermindert. Zu eventuellen Komplikationen, die bei diesem Verfahren extrem selten sind, zählen z.B. Infektionen, Schmerzverschlimmerung sowie neurologische Ausfälle.
Eine Unverträglichkeit gegenüber dem Knochenzement ist extrem selten, allerdings können kurzfristig bei Einspritzen Kreislaufreaktionen ausgelöst werden. Extrem selten sind Querschnittslähmungen, Lungenembolien oder Tod. Diese sind alle bei uns in sieben Jahren und mehr als 1200 Behandlungsfällen nicht vorgekommen.
Weiterbehandlung durch den Hausarzt, insbesondere bei Osteoporose, zusätzlich mit physikalischen Maßnahmen und Bewegungstherapie.
Die konventionelle Erstellung von Röntgenaufnahmen wird auch in absehbarer Zukunft wesentlicher Bestandteil der medizinischen bild-gebenden Diagnostik bleiben, da sie schnell, exakt und kosteneffektiv ist. Zunehmend wird die Bilddokumentation durch digitale Trägermedien abgelöst werden. In Kürze wird die Städtische Paracelsus-Klinik Marl alle Röntgenanlagen entsprechend umgerüstet haben.
Zur Zeit stehen zur Verfügung:
Untersuchungen:
Trotz aller Erfolge der Kernspintomographie, der Ultraschalluntersuchung und anderer bildgebender Verfahren stellt weiterhin die Mammographie die grundlegende bildgebende Untersuchungsmethode der weiblichen Brust zur Erfassung von kleinen und frühen Brustkrebsen dar, wobei die hochauflösende Ultraschalldiagnostik eine wesentliche Unterstützung dieser Untersuchungsart darstellt.
In der Radiologischen Abteilung befindet sich eines der modernsten Mammographie-Geräte mit hochauflösender Film-Folienkombination, die den europäischen Richtlinien zur Brust-Röntgenuntersuchung gerecht wird und durch den Qualitäts-Ring Radiologie zertifiziert wurde. (Mammo-Diagnost, Philips, mit Option zur digitalen Radiographie)
Die Röntgenabteilung der Städtischen Paracelsus-Klinik ist Teil des Brustzentrums Kreis Recklinghausen, welches durch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen zertifiziert wurde. Das Zentrum integriert die Versorgung von Patientinnen mit Brustkrebs im Kreis Recklinghausen auf einem Niveau, welches dem zeitgemäßen Stand von Wissenschaft und Technik entspricht. Diese Versorgung bezieht sich auf Maßnahmen der Prävention, der sicheren und zuverlässigen Diagnostik, der Therapie nach den gültigen Leitlinien sowie die Nachsorge unter Einschluss von Maßnahmen zur Verbesserung der psycho-sozialen Situation der betroffenen Patientinnen. Wichtigster Bestandteil des Zentrums ist neben einer optimalen technischen und räumlichen Ausstattung die interdisziplinäre Zusammenarbeit der auf die Diagnostik und Therapie des Mamma-Karzinoms spezialisierten Kräfte.
In unserer Abteilung wird schon immer jede Mammographie grundsätzlich außer vom Chefarzt auch von einem zweiten unabhängigen und erfahrenen Facharzt beurteilt.
Die Erfassung und Einstufung der Befunde erfolgen nach dem amerikanischen BI-RADS-System (American College of Radiology: Breast Imaging Reporting and Data System).
Mit der Gynäkologischen Abteilung des Hauses werden wöchentlich sämtliche in der Paracelsus-Klinik operierten Patientinnen anhand ihrer Mammographien noch einmal vorgestellt und erörtert. Alle auswärts angefertigten Mammographien werden vor der Operation dem Chef oder den Oberärzten der Röntgenabteilung vorgestellt und gemeinsam besprochen.
Das neue Mammo-Diagnost-Röntgengerät besitzt eine stereotaktische Zusatzeinheit, mit der man millimetergenau präoperativ einen verdächtigen Herd markieren kann, so dass der behandelnde Gynäkologe sehr genau den Herd entfernen kann. Gleichzeitig können mit derselben sehr hohen Treffsicherheit verdächtige Herde durch eine nahezu schmerzfreie Hochgeschwindigkeits-Stanzbiopsie entnommen und einer histologischen Klärung zugeführt werden. Häufig kann so eine Brustoperation vermieden werden. Das Gerät zur Brustuntersuchung ist im Qualitäts-Ring Radiologie zertifiziert.
Abdomen und Becken
B-Bild-Sonographie einschl. hochauflösender Ultraschallverfahren mit 3,5 und 7,5 MHz-Schallköpfen sowie einem Biopsieschallkopf. Für die Brustdrüsenultraschalluntersuchung steht ein 11 MHz- Schallkopf zur Verfügung.
Untersuchungen folgender Organe und Organsysteme:
Zahlreiche interventionelle Eingriffe werden ultraschallüberwacht durchgeführt, wie z.B. Gewebeentnahmen und Drainagen (Abzesse, Lymphozelen, Pseudozysten). Die farbkodierte Duplex-Sonographie ist im Hause vorhanden und wird in der Gefäßchirurgischen und der Internistischen Abteilung durchgeführt.
Ambulante und stationäre Gefäßdarstellungen des arteriellen und venösen Blutgefäßsystems mit Kathetertechniken zur Behandlung.
Ca. 40% aller Untersuchungen sind Katheter-assoziierte Angioeingriffe.
Im einzelnen werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
In der Röntgenabteilung führen wir jährlich ca. 1000 Interventionen durch. Dies sind Eingriffe, die Operationen ersetzen, schonender sind als diese, und meistens auch ambulant durchgeführt werden können. In aller Regel sind auch Narkosen nicht notwendig.
Der Chefarzt ist Gründungsmitglied von CIRSE (Cardiovascular and Interventional Radiologic Society of Europe) und DEGIR (Deutsche Gesellschaft für interventionelle Radiologie). Letztere führt zentral Qualitätskontrollen über alle interventionellen Eingriffe durch.
Wir sind der Arbeitsgemeinschaft Interventionelle Radiologie (AGIR) angeschlossen, die die Qualitätskontrolle über alle diese Eingriffe zentral durchführt.
Man unterscheidet zwischen Eingriffen am Gefäßsystem (vaskulären Interventionen) und Eingriffen außerhalb des Gefäßsystems (nicht-vaskulären Interventionen).
Ballonangioplastie von Stenosen und Verschlüssen der Gefäße einschließlich der Implantation von Stützprothesen (sogenannten Stents) in folgenden Regionen:
Diagnostische Eingriffe zur Gewebeentnahme aus sämtlichen Organen und Organsystemen (Leber, Nieren Nebennieren, Pankreas, Lymphknoten, Schilddrüse, Lunge, Pleura, Mediastinum, Retroperitoneum, Knochen, Bandscheiben, Mamma (Stereotaxie, siehe dort), Weichteilen). Zusätzlich Punktion von Flüssigkeitsräumen zur Entnahme von Material zur bakteriologischen und/oder zytologischen Untersuchung.
Therapeutische Eingriffe non-vaskulärer Art: