direkt zu Fachkliniken > Innere Medizin > Fachinformation

Paracelsus-Klinik: Fachkliniken > Innere Medizin > Fachinformation

Gastroenterologie - Hepatologie

Die Gastroenterologie befasst sich mit den Erkrankungen des Verdauungstraktes. Die Funktionen von Speiseröhre, Magen, Zwölffinger- und Dünndarm, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und Dickdarm können durch viele Erkrankungen gestört sein. Beschwerden wie Schluckstörungen, Bauchschmerzen, Durchfälle, Verstopfung, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust oder Gelbsucht sind ernstzunehmende Hinweise.

Die Hepatologie ist ein Teilgebiet der Gastroenterologie und befasst sich mit den Erkrankungen der Leber. Die Ursachen für Lebererkrankungen können vielfältig und komplex sein. Die Symptome und Zeichen einer akuten oder chronischen Lebererkrankung sind häufig unspezifisch und beinhalten Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsschwäche und Appetitlosikgkeit. Gelbsucht, Dunkelfärbung des Urins, Juckreiz oder Bauchwasser weisen auf das Vorliegen einer schweren oder fortgeschrittenen Lebererkrankung hin.

Allgemeine Diagnostik:

Therapeutische Endoskopie:

Spezielle Therapien:

Diagnostische und Therapeutische Verfahren

Abdomensonographie

Die Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane (Abdomensonographie) ist eine schnell verfügbare und für den Patienten nicht belastende Untersuchung. Mit dieser Untersuchungsmethode können die Organe des Bauchraumes, insbesondere die Leber, Gallenblase und Gallengänge, die Bauchspeicheldrüse, Milz, Harnblase und Gebährmutter bzw. Prostata dargestellt werden. Darüber hinaus können auch Veränderungen des Darmes, z.B. bei einem Darmverschluss, einer Blinddarmentzündung oder einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (M. Crohn, Colitis ulcerosa) nachgewiesen werden.

Die Abteilung für Innere Medizin verfügt über ein modernes, leistungsstarkes "High End"-Sonographiegerät. Mit diesem Gerät kann eine besondere Ultraschalltechnik, die kontrastmittelverstärkte Sonographie, angewendet werden. Hierbei wird ein Ultraschallkontrastmittel, bestehend aus kleinsten Gasbläschen (SonoVue®) intravenös injiziert. Der Durchmesser dieser unschädlichen Gasbläschen beträgt nur 2,5 µm, so dass sie kleinste Blutgefäße passieren und so sichtbar machen können. Das Verfahren kommt insbesondere zur Abklärung von Leberläsionen zum Einsatz.

Endosonographie

Der endoskopische Ultraschall (Endosonographie) wird mit einem Ultraschallendoskop durchgeführt. Die Untersuchung ähnelt einer Magenspiegelung und wird unter Sedierung ("Schlafspritze") durchgeführt. Am Ende des Endoskops befindet sich ein kleiner Ultraschallkopf. Mit Hilfe der Endosonographie können tief im Bauchraum liegende Organe und Strukturen besonders gut und für den Patienten schonend dargestellt werden. Da die Schallentferungen bei der Endosonographie kurz sind, kann mit hochfrequentem Ultraschall eine besonders hohe Bildauflösung erreicht werden. So können bereits kleinste Veränderungen (z.B. Tumore, Entzündungen) im Bereich der Speisereöhre, des Magens, der Bauchspeicheldrüse und der Nebennieren nachgewiesen und exakt beurteilt werden. Darüber hinaus können mit Hilfe einer Feinnadelbiopsie Gewebeproben für die feingewebliche Untersuchung sicher und für den Patienten ohne große Belastung gewonnen werden. Auch die therapeutische Punktion und Entlastung sonst schwer zugänglicher Läsionen (z.B. Abszesse im Brust- oder Bauchraum) können mit Hilfe der Endosonographie durchgeführt und operative Eingriffe so verhindert werden.

Rektale Endosonographie

Bei der rektalen Ultraschalluntersuchung (Endosonographie) werden der Mastdarm (Rektum) und die umliegenden Strukturen dargestellt. Diese Untersuchung wird insbesondere bei der Beurteilung von Mastdarmtumoren (Rektumkarzinomen) eingesetzt und erlaubt eine genaue Bestimmung der Eindringtiefe von Veränderungen in die Darmwand sowie eine Beteiligung der umliegenden Gewebe und Organe (Lymphknonten, Prostata, Gebärmutter, Blase). Diese Informationen sind für die Therapieplanung von Mastdarmtumoren heute unerlässlich. Darüber hinaus wird der rektale Ultraschall auch bei gutartigen Erkrankungen des Schließmuskelapparates (Verletzungen u.a.) eingesetzt.

Gastroskopie

Bei der Gastroskopie (Magenspiegelung) werden Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm mit einem dünnen (10 mm Durchmesser) Video-Endoskop gespiegelt und beurteilt. Schleimhautveränderungen können mit Hilfe einer über das Gerät vorgeschobenen kleinen Zange biopsiert oder mit einer Schlinge abgetragen werden. Bei Blutungen aus Magen-, Zwölffingerdarmgeschwüren oder Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) kann eine endoskopische Blutstillung durchgeführt werden. Engstellen der Speiseröhre oder des Magenausgangs können mit Hilfe eines Dilatationsballons aufgedehnt werden. Die Untersuchung wird fast ausschließlich unter Sedierung ("Schlafspritze") durchgeführt.

Koloskopie

Die Koloskopie ist die Spiegelung des Dickdarmes und ermöglicht die Beurteilung der Dickdarmschleimhaut. Zuvor muss der Darm durch Trinken einer Spüllösung gereinigt werden. Die Darmspiegelung kann entzündliche Veränderungen (z.B. Morbus Crohn), Divertikel, Polypen oder bösartige Neubildungen (Tumore) diagnostizieren und tum Teil direkt behandeln. Eine große Domäne der Koloskopie ist die Vorsorge des Dickdarmkrebses. Da Darmkrebs über viele Jahre aus gutartigen Vorstufen (Polypen) entsteht, die bei der Koloskopie erkannt und abgetragen werden können, ist die Spiegelung die effektivste Methode, die Darmkrebshäufigkeit und -sterblichkeit zu senken. Seit Oktober 2002 gehört die Früherkennungs-Koloskopie (Dickdarmspiegelung) zu den Vorsorgemaßnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung. Ab 55 Jahren können Versicherte eine Koloskopie zweimal im Abstand von zehn Jahren kostenfrei in Anspruch nehmen. Die Untersuchung wird fast ausschließlich unter Sedierung ("Schlafspritze") durchgeführt.

Die Abteilung für Innere Medizin verfügt seit Sommer 2007 über ein neues hochauflösendes HDTV-Endoskop. Dieses digitale High Definition Television-Endoskop erzeugt Bilder mit einer doppelt so hohen Auflösung wie bisherige Endoskope. Darüber hinaus kann ein Lichtfilter zugeschaltet werden, der die Bildschärfe durch Verringerung von Streulichteffekten weiter erhöht (Narrow Band Imaging, kurz NBI).

Foto: Privatdozent Dr. Markus Reiser und Kornelia Wietfeld, Fachkrankenschwester für Endoskopie, demonstrieren das hohe Auflösungsvermögen des HDTV-Endoskops anhand eines 5-Euro-Scheins. (Foto: Janfeld, Medienhaus Bauer)

weitere Bilder des HDTV-Endoskops

ERCP

Bei der endoskopischen retrograden Cholangio-, Pankraticographie, kurz ERCP, wird mit einem speziellen Seitblick-Endoskop die Mündung des Gallen- und Bauchspeicheldrüsengangs im Zwölffingerdarm aufgesucht und die Gangsysteme unter Röntgenkontrolle mit Kontrasmittel gefüllt. Hierbei können Steine im Gangsystem diagnostiziert und entfernt sowie Engstellen aufgedehnt oder mit einem Stent geschient werden.

Bronchoskopie

Die Bronchoskopie ist die Spiegelung des Bronchialsystems mit einem dünnen flexiblen Bronchoskop. Sie kann zum Absaugen von Sekreten und Keimgewinnung aus den Bronchien bei schweren Infektionen und zur Suche und feingeweblichen Sicherung eines Bronchialtumors (Lungenkrebs) eingesetzt werden. Auch die Bronchoskopie wird unter Sedierung ("Schlafspritze") durchgeführt.

zurück