Marls jüngster Park spricht alle Arten von Genießern an: Im Park der Paracelsus-Klinik können die Besucher die Heilkräfte der Natur kennen lernen, über moderne Kunst staunen oder sich an der Obstwiese und der Landschaft um den renaturierten Loekampbach erfreuen. Genau das Richtige für einen Frühlingsspaziergang!
Von Heinz-Peter Mohr
Erst vor vier Jahren wurde der Park fertiggestellt. Verwirklicht wurde er aufgrund eines Bürgerbegehrens: Als Marls Politiker den Bau von villenähnlichen Wohnungen und einer Tiefgarage auf dem Gelände beschlossen, sammelte eine Bürgerinitiative 8600 Unterschriften für den Erhalt des Klinik-Parks. Der Rat machte seinen Entschluss rückgängig und gab wenig später grünes Licht für das neue Konzept eines Bürgerparks.
Geplant wurde der Klinikgarten von den Marler Landschaftsarchitekten Prof. Wedig Pridik und Andreas Freese - als grüne Verbindung von Drewer und Hüls. Mittelpunkt ist die Cafeteria am See mit Kiosk, Frisiersalon und Blumenladen. Im nahe gelegenen Kneipp-Becken können die Parkbesucher Arm- und Fußbäder nehmen und ihren Kreislauf in Schwung bringen. Die Wassertemperatur soll 18 Grad Celsius nicht übersteigen.
Nicht weit vom See liegt der "Apothekergarten", in dem 80 Heilkräuter wachsen. Schilder informieren über ihre Heilkräfte: So kann man mit der Hagebutte die Immunabwehr stärken und Erkältungen vorbeugen, der Genuss von Heidelbeeren hilft gegen Durchfall.
Der Heilpflanzengarten lässt die Tradition des mittelalterlichen Apothekergartens wiederaufleben. Dort wurden früher Arzneipflanzen zu Pulvern, Tees, Salben oder Badezusätzen verarbeitet. Mit dem Zucker aus Hexenbesen und Drudenfuß bekämpften die Mönche im Mittelalter sogar Tumor-Erkrankungen.
Apothekerin Dr. Susanne Kaufmann schwört auf die Heilkraft der Kamille: "Bei Magenbeschwerden und Erkältungen sollte man Kamillentee trinken oder die Blüten als Aufguss inhalieren. Sie wirken krampflösend und entzündungshemmend."
Rund um den See und auf den Wiesen finden die Spaziergänger zehn Skulpturen zeitgenössischer Künstler: Marcello Mascherinis Bronzeplastik "Cantico dei cantici" - von den Marlern schlicht "Die Liebenden" genannt - zeigt ein Paar in inniger Umarmung. Auffällig sind auch die "Planetenscheibe" und die "Mittagsschattenbahn" des Münsteraner Künstler Franz Rudolf Knubel. Es sind vereinfachte astronomische Messgeräte aus Stahl und Holz. Die "Mittagsschattenbahn" geht auf eine Sonnenuhr der frühen Neuzeit zurück.
(Beilage der Marler Zeitung 04/05)