Durch eine Allgemeinanästhesie werden neben dem Bewußtsein und der Schmerzempfindung auch die Schutzreflexe (z.B. Schluck- und Hustenreflex) ausgeschaltet. Es besteht deshalb die Gefahr, daß Mageninhalt in den Rachen gelangt und eingeatmet wird, wodurch eine Lungenentzündung ausgelöst werden kann. Diese Gefahr ist um so größer, je kürzer die letzte Mahlzeit zurückliegt. Da es bei Regionalanästhesien prinzipiell - wenn auch äußerst selten - notwendig sein kann, während der Operation zusätzlich eine Allgemeinanästhesie durchzuführen, müssen Sie auch vor Regionalanästhesien nüchtern bleiben.
Die Anästhesie ist heute so sicher wie nie zuvor. Diese erfreuliche Tatsache ist vor allem der Entwicklung neuer Anästhesiemedikamente und besserer Überwachungsmöglichkeiten zu verdanken. Dennoch können auch heute in seltenen Fällen lebensbedrohliche Komplikationen auftreten. Das Risiko hierfür wird aber in erster Linie von den Begleiterkrankungen des Patienten sowie von der durchgeführten Operation bestimmt, weniger vor der Anästhesie selber. Insgesamt ist das Risiko für schwerwiegende Komplikationen äußerst gering.
Nach Einleitung der Narkose wird die Narkosetiefe fortlaufend überprüft, z.B. durch modernste Geräte, die die Hirnstromaktivität analysieren. Durch kontinuierliche Verabreichung von Narkosemittel wird dann eine gleichbleibende, ausreichende Narkosetiefe sichergestellt. Sie brauchen deshalb keine Angst vor einem Wachwerden während der Operation zu haben.
Sie erhalten während und unmittelbar nach der Operation potente Schmerzmittel, so daß Sie keine starken Schmerzen erleiden müssen. Vollständig vermeiden lassen sich postoperative Schmerzen kaum, aber sie lassen sich zumindest auf ein erträgliches Maß verringern.
Die modernen Narkotika ermöglichen ein sehr schnelles Aufwachen. Schon Minuten nach dem Operationsende sind Sie aus anästhesiologischer Sicht wieder wach; d.h. Ihre Schutzreflexe sind zurückgekehrt und Sie können z.B. einfache Fragen beantworten. Aktives Interesse an Ihrer Umgebung, an Gesprächen, Lesen oder Fernsehen stellt sich erst später, u.U. erst nach Stunden wieder ein. Dabei hängt die Zeitspanne von der Dauer der Narkose, den verwendeten Narkotika und auch von den postoperativ verabreichten Schmerzmitteln ab.
Übelkeit nach einer Allgemeinanästhesie ist heute im Gegensatz zu früher sehr viel seltener geworden. Dennoch tritt sie gelegentlich in Abhängigkeit von der durchgeführten Operation und der persönlichen Veranlagung auf. Im Bedarfsfall stehen potente Medikamente zur Verfügung, mit denen sich eine Übelkeit in den allermeisten Fällen zuverlässig und schnell behandeln läßt.
Alle für die Regionalanästhesie verwendeten Materialien und Medikamente wurden speziell im Hinblick darauf entwickelt, das Risiko einer Nervenschädigung möglichst auszuschließen. Bleibende Schäden sind daher heute extrem selten.
Sie müssen keine Schmerzen erleiden, wenn die Dauer der Regionalanästhesie nicht für die Dauer der OP ausreicht. Sie erhalten dann ein Schmerzmittel intravenös verabreicht. Im übrigen kann zu jedem Zeitpunkt auf eine Allgemeinanästhesie übergegangen werden.
Wenn Sie wünschen, können Sie während der Operation wach bleiben. Aber Sie können auch ein mildes Schlaf- und Beruhigungsmittel erhalten, so daß Sie von der Operation nichts mitbekommen.
Leider nein. Aus Sterilitätsgründen ist das Operationsgebiet zum Kopf hin durch sterile Tücher abgedeckt, die auch den Blick auf Monitore z.B. bei Gelenkspiegelungen verwehren. Jedoch werden bei bestimmten Operationen Befunde und operatives Vorgehen photo- oder videotechnisch dokumentiert. Bitte sprechen Sie bei Interesse darüber mit Ihrem Operateur.
Keine Angst! Sie sprechen nicht während der Anästhesie, und danach im Gespräch nur über das, worüber Sie auch ohne Narkose zu sprechen bereit wären. Es kann allerdings sein, daß Sie Gespräche, die unmittelbar nach der Narkose geführt haben, später nicht mehr erinnern. Das ist normal.